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Social Media wird immer komplexer – und wichtiger für Unternehmen jeder Branche

15 Feb. 2019 von Jasmin Wolter

Social Media ist für viele mittelständische Unternehmen immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Entweder sie haben Angst davor bei der Umsetzung zu versagen oder nicht ausreichend Ressourcen zur Verfügung zu haben oder sie verstehen den Kanal einfach nicht und erkennen darin keinen Mehrwert für ihr Geschäft. Das ist schade, findet Christof Szwarc, seit 2014 Geschäftsführer der cormes GmbH, einer Performance Marketing Agentur mit dem Fokus auf Social Media und Suchmaschinenmarketing. Neben dem Ausbau des Agenturgeschäfts setzt cormes gezielt auf neue Marketingkanäle und unterstützt als Inkubator erfolgsversprechende Start-ups wie die Retrotainment-Plattform Wisst-ihr-noch.de.

Woran können die Unternehmer eigentlich eine professionelle Marketing-Agentur mit Schwerpunkt Social Media erkennen?

Christof Szwarc: Der erste Blick sollte auf die Referenzen geworfen werden: Hat die Agentur bereits ähnliche Produkte für bekannte Marken oder Unternehmen durchgeführt? Gibt es dazu Case Studies, Grafiken oder andere Belege zur Kampagne? Der zweite Blick sollte den Mitarbeitern gelten. Denn Social Media Experten weisen sich durch ihre Zertifikate aus, wie beispielsweise durch Facebook. Ein weiterer Hinweis kann auch der Social Media Auftritt der Agentur sein sowie eigene Agenturprojekte. Wir sammeln beispielsweise mit WISST IHR NOCH wichtige Erfahrungen und sind tagtäglich mit unseren Seiten auf Facebook, Instagram und Snapchat im direkten Kontakt sowohl mit den Plattformen als auch mit den Nutzern – und lernen jeden Tag wieder etwas Neues.

Es gibt noch immer eine relativ hohe Anzahl an Unternehmen, die Social Media nicht als Online-Marketing-Instrument nutzen. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Christof Szwarc: Ein erfolgreicher Social Media Kanal erfordert Ressourcen. Das haben fast alle Unternehmen bereits verstanden. Daher entscheiden sich einige Unternehmen richtigerweise dagegen, halbherzig einen Auftritt aufzubauen. Mit Hilfe einer guten Agentur, könnte dieses Problem jedoch leicht gelöst werden. Ein weiterer Aspekt ist auch, dass in einigen Unternehmen noch Marketingverantwortliche der alten Garde sitzen, die in Social Media keinen Mehrwert sehen. Leider passiert das noch viel zu oft, dass in den Chefetagen der Impact nicht verstanden oder gesehen wird, den ein guter Social Media Auftritt bieten kann.

Wenn die Kunden in den ersten Sekunden entschieden haben, sich mit dem Internetauftritt des Unternehmens zu beschäftigen, dann klicken sie gerne auf „Unternehmensphilosophie“ oder „Über uns“. Diese Rubrik als solche fehlt bei Ihnen. Wie gelingt es Ihnen, ihre Unternehmensphilosophie vertrauensbildend zu präsentieren und welche Ansätze verfolgen Sie bei Ihren Kunden?

Christof Szwarc: Ist das so? Wir überzeugen unsere Kunden im direkten Gespräch. Und jeder, der uns kennenlernt erkennt, dass unser Team aus erfahrenen und kompetenten Experten besteht, die menschlich gut zusammenpassen und gerne miteinander arbeiten. Viel wichtiger ist es doch, dass die Kunden sich gut betreut fühlen und uns als Berater akzeptieren. Da hilft auch die beste Philosophie nicht, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Ein weiterer Ansatz unserer Arbeit ist, dass wir unsere Kunden dahingehend beraten, dass sie ihren Social Media Auftritt irgendwann selbst betreuen können und verstehen, welche Aspekte dabei wichtig sind.

Wie hat sich das komplexe Phänomen „Social Media“ im Laufe der Zeit weiterentwickelt?

Christof Szwarc: Social Media hat sich sowohl bei den Usern als auch bei den Marketern als Marketingkanal etabliert. Heute gehört es bei vielen großen Marken ganz selbstverständlich zum Vertriebs-Repertoire. Es wurden Standards für technische Spezifikationen, Werbeformate, Tools usw. entwickelt, die marktübergreifend gelten und somit mehr Transparenz in der Umsetzung und Erfolgsmessung möglich machen. Zudem gibt es für fast jede Zielgruppe eine passende Plattform, so dass jüngere Menschen auf Snapchat und ältere auf Facebook erreicht werden können.

Fakt ist auch: Social Media hat in den letzten Jahren an Gewicht gewonnen und ist heute wertvoller Teil im Marketing Mix und im Zusammenspiel mit den anderen Marketing Kanälen. Ein gut gepflegtes und professionelles Social Media Profil mit echten sozialen Signalen ist Pflicht, damit die Marke in den Suchmaschinen auf Top-Positionen sichtbar ist. Denn Suchmaschinen lieben echte Profile aus sozialen Netzwerken. Sie werden nicht selten in den Top 10 der Suchergebnisse angezeigt. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, Social Media in den Marketing Mix zu integrieren um die eigene Online Reputation durch die dort verwendeten Medien zu untermauern und zu stärken. Das gilt auch für Blogs, Tweets und alle anderen Social Media Kanäle, die zum Aufbau der Marke eingesetzt werden.

Kritiker sagen, Facebook nimmt an Relevanz für den deutschen Mittelstand ab. Stimmt das? Inwiefern?

Christof Szwarc: Das sehen wir anders. Facebook hat in den letzten Jahren einen enormen Wandel vollzogen. Von der Plattform für Jedermann, hat sich das Unternehmen zu einem echten Medienkanal entwickelt der, gezielt eingesetzt, immer noch überaus relevant sein kann. Dazu gehört jedoch, dass sowohl das Produkt oder die Marke zu Facebook passen, vor allem aber auch, dass die Zielgruppe richtig angesprochen wird. Viele Unternehmen sehen Social Media immer noch als Einbahnstrasse oder als Push-Kanal. Das ist falsch. Facebook, Instagram, Snapchat und Co. leben durch das Engagement der User. Und genau das gilt es mit seiner Gruppe, seiner Fanpage oder seinem Auftritt zu erreichen: Engagierte User sind auch engagierte Markenbotschafter.

Fakt ist, dass auch ein kleineres mittelständisches Unternehmen ein hohes Engagement und eine gute Interaktion mit seiner Zielgruppe erreichen kann, wenn es sie in der richtigen Art und Weise und mit dem richtigen Inhalt anspricht.

Sie betreuen sowohl traditionelle Unternehmen und auch Start-ups. Worauf sollten die Jungunternehmen in der Sache Social Media strategisch achten, die noch keine Historie haben und deren Produkte möglicherweise nicht voll und ganz im Markt aufgegangen sind?

Christof Szwarc: Grundsätzlich gilt für alle: Weniger ist mehr. Social Media ist mittlerweile eines der schlagkräftigsten Marketing-Instrumente wenn es um neue Produkte und relevante Angebote geht. Aber es ist wichtig, dass man seinen Auftritt gut und richtig inszeniert, statt auf allen Kanälen nur halbherzig aktiv zu sein. Deshalb empfehlen wir allen unseren Kunden, zunächst einmal mit einem Kanal anzufangen und diesen erfolgreich aufzubauen. Dazu ist es wichtig, dass man seine Zielgruppe kennt und sich für den richtigen Einstiegs-Kanal entscheidet. Und dann sollte man die internen Ressourcen auf die vorhandenen Kanäle und Maßnahmen verteilen anstatt überall mitzumischen.

Sie führen ein erfolgreiches IT-Unternehmen. Wie stellen Sie sich das Zukunftsbild von cormes vor? Hat sich Ihre Vision in den vergangenen Jahren verändert? Wenn ja, inwiefern?

Christof Szwarc: In den letzten Jahren haben wir ​cormes​ zu einer erfolgreichen Agentur für Performance Marketing aufgebaut. Gleichzeitig haben wir als Inkubator eigene Projekte gestartet, um gezielt unsere Expertise im Bereich Social Media auszubauen. Heute verstehen wir uns als Experten im digitalen Marketing mit Schwerpunkt auf Suchmaschinen, Performance und Social Media Marketing. Unsere Vision von einer kreativen, umfassenden und erfolgreichen Agentur ist aufgegangen. Die nächste Etappe ist, die Agentur weiter im Bereich Performance Marketing auszubauen und Kunden zu generieren, die in diesem Bereich unsere Hilfe benötigen. Gleichzeitig wollen wir Anlaufstelle für Professionals sein, die mit unserer Hilfe und Expertise weiter wachsen wollen. Wenn es um Visionen geht, ist es mein Ziel, den Inkubator-Gedanken noch weiter zu spinnen und in neue Projekte zu investieren, um diese dann bestenfalls auszugründen und auf eigene Beine zu stellen.

Über den Autor

Jasmin Wolter

Jasmin Wolter schreibt seit ihrem journalistisch ausgerichteten Studiengang der Medienkommunikation Beiträge für Magazine, Zeitschriften und diverse Plattformen – online wie offline. Dabei liegt ihr Schwerpunkt bei seo-optimiertem Schreiben sowie Contentmarketing. Thematisch bewegt sich Jasmin vom kreativen Blogpost über fachspezifische Experteninterview bis zur holistischen Landingpage.

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