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Social Signals sind ein Rankingfaktor – auch wenn sie nicht vorhanden sind

21 Mrz. 2014 von Christian Friedrich
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Social Signals sind wichtiger Rankingfaktor

(Lesedauer: ca. 3 Minuten)

Die Social-Media-Kanäle werden häufig als Beiwerk des Online-Marketings angesehen, als „Add-on“ des Marketings-Mixes, als etwas, das erst auf den Weg gebracht wird, wenn die eigentliche Marketingarbeit abgeschlossen ist. Die Einrichtung und Pflege von Social-Media-Kanälen ist allerdings ein Kernelement guter Online-PR – und zwar unabhängig davon, ob auf den Kanälen tatsächlich etwas passiert.

Optimal ist es natürlich, wenn bei Facebook, Google Plus und Co. ordentlich viel los ist und es auf interessante und charmante Posts auch Reaktionen oder sogar Diskussionen gibt. Hier greift das Schneeball-System: Wenn ein User einen Beitrag interessant findet (und damit im weitesten Sinne auch das Unternehmen), werden auch dessen virtuelle Freunde aufmerksam. Wenn es aus diesem Kreis weitere „Likes“ gibt, wird der Unternehmens-Account einem weiteren Personenkreis bekanntgemacht. Eine lebendige Diskussion ist das Optimum, was ein Unternehmen im Social-Media-Bereich auf erster Ebene erreichen kann. Im Idealfall geht es hier sogar schon um virales Marketing (was, zugegeben, wirklich nur im absoluten Ausnahmefall passiert).

Häufig sieht man hingegen, dass die Unternehmens-Accounts bei Facebook und Co. zwar eingerichtet sind, aber nur spärlich oder überhaupt nicht gepflegt werden. Der Aufwand für diese Arbeit (also das regelmäßige und auch sinnvolle Pflegen) ist schließlich nicht zu unterschätzen, zumal es einigen Firmen schlichtweg am Fingerspitzengefühl für diese Art der Unternehmenskommunikation mangelt. Das Einrichten der Accounts war dennoch richtig, denn die Social-Media-Kanäle werden sehr prominent bei den Suchmaschinen platziert. Dabei spielt es zunächst einmal keine Rolle, was und wie häufig etwas auf den Kanälen passiert.

Besetzen Sie die erste Seite bei Google!

Ohne Pflege haben die Accounts natürlich keine „SEO-Power“, ganz klar. Wer ein Keyword eingibt, das zwar einen Bezug zum Unternehmen bzw. dem Unternehmensangebot hat, wird hier trotzdem nicht auf einen der Unternehmens-Kanäle stoßen. Anders sieht es hingegen aus, wenn sich jemand auf die Suche nach dem Unternehmen selbst macht, also den Unternehmensnamen bei Google eingibt. Hier tauchen die Kanäle bei den SERPS auf und bilden die Grundlage für ein solides und waches Erscheinungsbild des Unternehmens bei Google! Dass die Kanäle womöglich nur unzureichend gepflegt werden, ist für erstaunlich viele User nicht ersichtlich (zumindest nicht für die, die nicht gezielt darauf achten).

Mit ein wenig Pflege der Social-Media-Accounts kann man der eigentlichen Unternehmenswebsite aus SEO-Sicht zudem einen Schub verpassen. Hier ist klar im Vorteil, wer es versteht, sein „Klientel“ richtig anzusprechen und Posts einstellt, die die Besucher wirklich interessieren. Werden diese dann diskutiert und geteilt (also auch den „Freunden“ zugänglich gemacht, die das Unternehmen nicht „geliked“ haben), werden nicht nur die Posts weitergetragen, sondern im Zuge dessen auch der Firmenname. Und dieses ist der Knackpunkt: Die User interessieren sich immer auch für den Absender interessanter Posts! Wem gefällt, was er gezeigt bekommt, macht sich bei Google auf die Suche und findet schnell auf diesem Weg die Unternehmenswebsite.

Auch „leblose“ Accounts machen Sinn

Facebook und Co. fungieren in diesem Fall also nicht als digitaler sondern als emotionaler Link. Das Interesse am Unternehmen wird geweckt, so dass der Traffic auch auf der Website steigt. Es geht hier also um eine Form der Unternehmenskommunikation, in der viel Potential steckt. Eine wirklich sinnvolle und ausdauernde Pflege der Kanäle ist von nicht wenigen Unternehmen zwar nicht zu stemmen (nicht nur aus organisatorischer Sicht, sondern auch aus stilistischer), doch trägt die reine Existenz der Kanäle einen Teil dazu bei, das digitale Profil des Unternehmen zu stärken.

Durch die genannte Belegung der vordersten Plätze bei Google sind Social-Media-Accounts auch ein Tool des Reputationsmanagements. Die sozialen Netzwerke sind aus SEO-Sicht ausgesprochen stark und behaupten ihren Platz gegen zum Beispiel fremde Online-Beiträge mit ungewünschtem Inhalt. Aus dieser Perspektive sind die Accounts auch ein Hilfsmittel, um die Kontrolle über die eigene Marke zu behalten.

Über den Autor

Christian Friedrich

Christian Friedrich ist als Head of Online Marketing ein Spezialist für alle Fragen rund um Suchmaschinenoptimierung. Er ist bereits sehr erfolgreich als Autor für Online-Publikationen rund um die Themen eCommerce und aktuelle Entwicklungen im Web bekannt. Um sein Profil abzurunden, beschäftigt sich Christian außerdem mit Fair Trade Handel, Ökonomie und Politik.

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